Die Seite des Landesverbandes ProAstro-Sachsen:

Beobachter-kleinDas Unterrichtsfach Astronomie

1. In Sachsen: Von der Etablierung 1959 bis zur Zwangsabschaffung 2007

1959 wird Astronomie in der DDR zum Plichtfach mit einer Jahreswochenstunde in Klasse 10.  2000 Astronomielehrer werden ausgebildet. Es gelingt eine systematische astronomische Grundbildung bei Fächer verbindendem Lernen.
Der
Bildungswert ist zukunftsweisend. Das Sächsische Bildungsinstitut empfiehlt 2001 dessen ”Beibehaltung und weitere Qualifizierung”.
2003 formuliert die Deutsche Forschungsgemeinschaft: “Ein sehr positives Beispiel für die öffentliche Bildung ist der Schulunterricht in Astronomie in einigen der Neuen Bundesländer, ein Beispiel welches im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen sollte.”

2002 beschließt die Sächsische Regierung gegen den Rat der Fachleute, das Fach ab 2007 aufzugeben und einige seiner Inhalte dem Physik- und Geografieunterricht zuzuordnen. Wissenschaftler und Bevölkerung protestieren jahrelang (Gutachter, Fachberater, Liste). 100 Lehrerkollegien fordern mit 2500 Lehrerunterschriften den Erhalt des Faches. Schüler und Eltern sammeln über 30000 Unterschriften. Der Landtag zählt 34600 Petitionen.

Am 28.04.2006 findet im Sächsischen Landtag eine öffentliche Anhörung von neun Sachverständigen statt. 1, 2, 3, 4, Protokoll Anhörung, Plenarprotokoll. Einer der geladenen Experten, der Berliner Physiker und Astronom Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, kommentierte das Resultat: “Der Ausgang der Befragung mit 7:2 gegen die Abschaffung beeindruckte die Regierungsparteien jedoch in keiner Weise. Der gefasste Beschluss wurde gegen den Willen der Mehrheit der Experten und der Betroffenen durchgesetzt. Das Ergebnis war auf Seiten der Gegner des Beschlusses eine weit über Sachsen hinausgreifende Initiative zur Einführung des Schulfaches Astronomie in ganz Deutschland. Einen entsprechenden so genannten Professorenbrief unterzeichneten insgesamt 117 weltweit anerkannte Wissenschaftler. Der Eindruck, es handele sich um unverbesserliche DDR-Nostalgiker, konnte nicht aufkommen, denn 75 % der Unterzeichner stammen aus den alten Bundesländern, Österreich und der Schweiz.”

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2. Astronomieunterricht in Zukunft deutschlandweit?

Die 2007 in Sachsen durchgesetzte Streichung der beliebten “Astro 10” wird bundesweit kritisiert und provoziert eine Debatte über zeitgemäße Bildung. Die im rechten Bild grün gefärbten Länder werden als Vorbilder gehandelt. Seit 2018 kann auch in Baden-Württemberg, an der Universität Tübingen, Astronomie als Erweiterungsfach mit Abschluss Master of Education studiert werden.

Aufsätze und Veröffentlichung (Auswahl):
Bernhard-Studie 2005  (16 Seiten)
Zum interdisziplinären Charakter der Astronomie  Freudenberger 2006
MNU-Zeitschrift-2008  mit Leserbriefen
Astronomie in zwei Welten, Herrmann 2009
Physik Journal 7/2009  mit Diskussionsbeiträgen bis zum Heft 1/2010
Sterne und Weltraum 1/2010
  (11 Seiten)
Hausarbeit Franke, Uni Marburg   2010
Astronomieunterricht für vernetzte Allgemeinbildung  2010
Examensarbeit Lohwasser, Uni Marburg  2010
Diplomarbeit Nagel, Uni Marburg 2011
Masterarbeit Kuklinski, Uni Bielefeld 2011
Über die Effizienz der Schulastronomie, Journal für Astronomie, Nr. 42 / 2012
Astronomie für alle Schüler!  interstellarum Nr. 84 / 2012,
       mit INSA-Studie “Mehrheit für Schulfach Astronomie”.
Diplomarbeit Mirna, Uni Wien 2012
Vor fünf Jahren verlor Sachsen das Fach Astronomie - Hintergründe und
       Einschätzung der neuen Situation, Journal für Astronomie Nr. 43 / 2012
Masterarbeit Simon, TU Dresden 2014
Astronomieunterricht fördert Interesse an Physik und anderen Fächern
       Diskussionsbeitrag von 20 Unterzeichnern, Journal für Astronomie Nr.49/2014
Bildungspolitische Argumente für Fach Astronomie auf einer Seite, 2014
Beziehungsgeflüster: Physik und Astronomie, MNU-Journal 2019/2
Neu:  60 Jahre Astronomie als Unterrichtsfach
, 29.07.2019
Neu: Wie viel Astronomie braucht der Mensch?, Sterne und Weltraum 9/2019

Briefe an Parlamente, Kultusministerien und Spitzenvertreter des Bundes

Professorenbrief vom 12.12.2006 + Erläuterung
            Pressespiegel:
SuW, LVZ, SPIEGEL, SüZ, SäZ, Hamb.Ab.bl.,
        
URANIA, FreiePresse, FAZ, ND, LR, DarmstädterEcho

Brief der ProAstro-Landesverbände BB, BE, HE, SN  vom 28.04.2008
Räte und Verbände aus Sachsen  vom 22.09.2008
Schreiben eines Autorenteams aus BW, BY, BE, BB  vom 10.10.2008
Astr. Gesellschaft und Rat Deutscher Sternwarten  vom 20.01.2009

Offener Brief an Bund und Länder  vom 12.11.2009, engl.
        
Pressespiegel: Leipziger Volkszeitung, Süddeutsche Zeitung, FAZ,
        
lizzynet.de, bildungsklick.de, wissenschaft.de,
scienceblogs.de,
        
astronews.com, Campusradio Dortmund (4min)
         Auswertung: Astronomieunterricht-vernetzteAllgemeinbildung

Schreiben des Instituts für neue soziale Antworten  vom Oktober 2012
            Wir veröffentlichen drei sehr verschiedene Antworten:
BMBF, MV, NRW
Astronomie-Brief_D-A-CH_2016  (04.01.2016)
Schreiben an das Kultusministerium Sachsen vom 08. März 2017 , 29. April 2017
Wahlprüfstein “Astronomie in der Bildung” anlässlich der Wahl des
          Sächsischen Landtages am 1. September 2019
Neu: Das Fach Astronomie muss in den Koalitionsvertrag!  (10.09.2019)


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